
Am Donnerstag zeigte die Erkältung ihr hässliches Haupt, am Freitag brach sie sich Bahn. Dicke Kopfschmerzen und Husterei, also ein Schicksal, das ich mit rund 12 Mio. anderer Menschen teile. Piet von der Druckerei Tiamat hatte wie immer die Hefte rechtzeitig und bestens und günstig fertig, wie auch die Werbe-Visitenkarten. Tiamat ist ein toller Laden und der Piet ein wahrer Könner mit einem großen Herz.
Jenny und ich rollten den MKII-Plattenspieler zum Henkelmann, Alice war schon fleißig am Aufbau. Roberts Mannschaft wuselte umher. Ich schloss die Anlage an. Draußen war schönes Wetter und einige Jungs vom gegenüberliegenden türkischen Feinkostgeschäft quatschten am Tisch sitzend. Pünktlich um 19 Uhr saßen alle Gäste im Henkelmann und ich begann mit der Predigt. Wenn ich so neben mir stehe, wundere ich mich selbst ein wenig, wie ruhig ich das zwischenzeitlich angehe. Vor wenigen Monaten noch machte ich mir vor Aufregung fast in die Hose und jetzt stehe ich erkältet vor mindestens einen Menschen, der Philosophie studierte und erzähle einem von Kant und Aufklärung.
Mit Gang of Fours „To hell with poverty“ dann zu beginnen schien mir die rechte Wahl. Wer da noch sitzen bleibt, meint es ernst. Nach dem dritten Stück, welches fast 12 Minuten ging, machte ich dann eine Pause. Warum nicht mal zum ersten Drittel pausieren? Schließlich gab es schon gehörig Input und ein wenig Didaktik kann nicht schaden.
Nach der Pause ging es also ans Eingemachte: wofür steht das Fressen, das Ficken und das Fernsehen und wie hat sich das gesellschaftliche Verhältnis dazu die letzten Jahrzehnte verändert? Und warum? Und was tun? Ich hatte das Gefühl, dass ich ruhig mehr in Details gehen könne, was ich dann tat. Tolles Publikum, Wow! Ich bin immer noch begeistert.
Und noch mehr erkältet. Heute Morgen kam nur noch ein Krächzen raus. Für die kommende Predigtpremiere „Sex!“ am Freitag habe ich schon einiges an Content. Den werde ich jetzt am Wochenende strukturieren und bearbeiten. Um dann ein Textheft zu basteln und das Konzept zu erstellen. Erste Anfragen, ob es eine Performance gebe, machen mich jedoch ein wenig unsicher. Was erwarten denn die Leute? Dass ich mir öffentlich die Schamhaare rasiere oder oben ohne einen Befruchtungstanz mache?

und .. war „sex“ gut?
Oh ja und fein. Ich schaue mal, ob ich das in Form eines Blogs beschreibe.